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Hilfe: Google Street View ist gestartet!

Abgelegt unter Netzwelt & IT by Redaktion am 18. November 2010

In der Nacht wurde nun der Dienst Google Street View offiziell gestartet, nachdem es bereits vor ein paar Wochen einen Probelauf mit der kleinen Gemeinde Oberstaufen gab. Nun sind die 20 größten Städte online und können im Web virtuell durchlaufen werden. Bei Google gingen seit dem Start der Datenschutz-Diskussion vor zwei Jahren bislang ca. 244.000 Widersprüche ein. Natürlich sind dies bei 40 Millionen Haushalten nur „läppische“ 0,6 Prozent. Werden wir nun alle gläserne Bürger, die man via Web beim Puffbesuch beobachten kann?

Scheinbar haben viele Bürger dieses Gefühl, denn 244.000 Widersprüche sind enorm viel! Die 0,6 Prozent sind so auch nicht ganz richtig. Denn vorerst sind nur die großen Städte betroffen, was vielleicht noch 20 Millionen Haushalte betrifft. Zudem kann jeder Mieter Einspruch erheben, passiert das, dann wird das ganze Haus in Street View unkenntlich gemacht. Bei 15 Millionen Haus- und Wohnungsbesitzern und ca. 7 Millionen in den 20 Städten ergibt dies eine Widerspruchsquote von 3,5 Prozent. Und da viele noch gepennt haben, dürfte dieser Wert noch höher werden. Zumal in Umfragen bis zu 50 Prozent gegen Street View waren.

So verwundert es auch nicht, dass man bei Google nicht so erfreut ist:

Europachef Philipp Schindler betonte zum Start, Google habe in Deutschland so viele Zugeständnisse an Datenschützer und Politiker gemacht wie in keinem anderen Land. Deutsche Straßen sehen als Folge anders aus als die Street-View- Bilder im Rest der Welt: Man stößt relativ schnell auf verschwommen dargestellte Gebäude.

Warum Google 200 Mitarbeiter einstellt, um der Widerspruchsflut Herr zu werden ist fraglich. Als Unternehmen hätte man Deutschland wohl besser den Rücken gekehrt. In Deutschland brauchte es 2 Jahre für die rechtlichen Belange, in Frankreich 2 Wochen. Aber das ist eben typisch deutsch, erstmal dagegen sein, meckern und das machen, was der Nachbar auch macht. Das es schon seit Jahrzehnten Bilddienste gibt, die Häuser von oben, von vorn und hinten in ihren Archiven haben, das interessierte bisher auch niemanden.

In ein paar Jahren regen sich genau diese Widersprüchler dann noch auf, warum man in Deutschland keine Vernünftigen Navis auf den Markt bringen kann, die einen so schön toll durch die Stadt navigieren, wie in Frankreich, der Schweiz, den USA und sonstwo, wo man erst den Nutzen einer Technik sieht, bevor man sich sorgen macht, der nächste Puffbesuch könnte vielleicht auf einem der Abermillionen Bildern sein.

Via Aachener Zeitung

 



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